Schnell folgten die Patenschafe der Verheißung des Futters. – Foto: Daniel Scholz
2. PatenSCHAFtstag
Schafpatinnen und -paten auf Exkursion an den Kulkwitzer Lachen
Foto: Daniel Scholz
30. Juni 2023 – Bei sonnigem und dennoch angenehmem Wetter öffnete der NABU Sachsen am 24. Juni 2023 seine Pforten im Markranstädter Ortsteil Gärnitz. Schafpatinnen und -paten fanden sich am Feldscheunenweg zusammen, um mehr über das Naturschutzgebiet „Kulkwitzer Lachen” und die Landschaftspflegearbeit des NABU Sachsen zu erfahren.
Juliane Grießbach, Leiterin der Landschaftspflege, Thomas Opitz, Mitarbeiter der Landschaftspflege beim NABU Sachsen, und Daniel Scholz vom NABU-Teichhaus Eschefeld begrüßten die Teilnehmenden am Landschaftspflegestützpunkt. Nach kurzer Einführung in die naturschutzfachlichen Besonderheiten des Gebiets ging es auch schon los auf die zweistündige Exkursion.
Auf dem Weg zu ihren Patenschafen erwartete die Teilnehmenden der ein oder andere Anstieg. – Foto: Daniel Scholz
Bevor der erste Ausblick über die Lachen genossen werden konnte, musste zuerst ein vom Regen des Vortags rutschiger Damm erklommen werden. Es sollte nicht die letzte Herausforderung an diesem Tag sein.
Der Ausblick offenbarte auch schon die große Problematik, mit der das Gebiet und die dort vorkommenden, teils gefährdeten Tier- und Pflanzenarten, seit geraumer Zeit zu kämpfen haben: Durch die insgesamt sehr niederschlagsarmen letzten Jahre seit etwa 2018, sind die zuvor ausgedehnten Lachen nahezu komplett ausgetrocknet. Wo ehemals Schwarz- und Rothalstaucher brüteten, wachsen nun kleine Weidenwälder aus dem Boden und auch die zuvor in den Lachen in ansehnlicher Zahl laichende Rotbauchunke ist nahezu verschwunden.Und dennoch: ein ganz besonderer Ausblick. Bevor die Teilnehmer aber die ersten tierischen Naturschutzhelfer des NABU zu Gesicht bekommen sollten, dauerte es noch eine Weile.
Beim PatenSCHAFtstag liefen den Teilnehmenden auch einige Schottische Hochlandrinder vor die Kamera. – Foto: Daniel Scholz
Auf ihrem Weg über frisch gemähte und zu Heurollen verarbeitete Wiesen, vorbei an alten Weißdornbäumen, erfuhren die Schafpatinnen und -paten allerlei Wissenswertes über die Landschaftspflege und die damit verbundene Naturschutzarbeit des NABU. Neben Leineschafen hält der NABU auch Konikpferde und Schottische Hochlandrinder zur Beweidung der Offenlandflächen, um so die einsetzende Verbuschung zu verhindern. Doch vor allem den Schafen galt die große Vorfreude der Besucherinnen und Besucher, die eine PatenSCHAFt für einen der tierischen Landschaftspfleger abgeschlossen hatten. Einige hatten sogar die Nummer ihres Patenschafes mitgebracht, um es in der Herde ausfindig zu machen.
Leineschafe sind als stark gefährdete Haustierart eingestuft. Im Markranstädter Stadtteil Gärnitz, am westlichen Stadtrand Leipzigs, kann man sie bei der Landschaftspflege beobachten. Sie sorgen durch ihr Fraßverhalten dafür, dass der Offenlandlebensraum erhalten bleibt. Durch ihren Kot und Tritt entwickeln sich unterschiedliche Bedingungen auf engstem Raum, sodass eine Vielzahl von Lebensräumen für etliche Arten entsteht.
Nach einem letzten steilen Anstieg und Überstieg des vorübergehend stromlosen Weidezauns konnte in der Ferne die Schafherde, bestehend aus derzeit etwa 130 Tieren, erspäht werden. Nach Juliane Grießbachs kurzem Rufen und Thomas Opitz‘ Rascheln mit der Futtertüte strömten die Tiere den Besuchern entgegen. Von nun an war Füttern, Streicheln, Kuscheln angesagt – der absolute Höhepunkt für alle TeilnehmerInnen. Besonders ein paar Jungtiere, die noch bis vor Kurzem mit der Flasche zugefüttert wurden, zeigten sich zutraulich. Eines dieser Wollbündel folgte der Gruppe dann auch tatsächlich bis zum Stützpunkt und musste anschließend zurück zur Herde gefahren werden.
Die Exkursion war für alle eine bereichernde Erfahrung. Die Tiere freuten sich über die Abwechslung, die der Besuch mit sich brachte. Die Teilnehmenden hingegen lernten etwas über den Alltag ihrer Patenschafe und der NABU freute sich über den regen Austausch und das Interesse an seiner Arbeit.
