Faltblatt „Dungbewohner: Kleine Tiere, große Wirkung"
Dungkäfer sind anspruchsvolle Insekten, die eine abwechslungsreiche Landschaft mit Weiden in der Nähe von Wäldern benötigen. Diese Tiere, die sich von Exkrementen ernähren, gehören zu den am stärksten gefährdeten Insektengruppen in Deutschland und stehen auf der Roten Liste. Ihr Rückgang ist ein Symptom des Insektensterbens, das durch moderne, intensive Viehwirtschaft mit Entwurmungsmitteln und Antibiotika beschleunigt wird. Diese Medikamente schaden nicht nur Parasiten bei Haustieren, sondern auch anderen Lebewesen.
Die Käfer nutzen den Dung auf unterschiedliche Weisen: Einige leben direkt darin, andere vergraben ihre darin Nahrungsvorräte oder rollen sie zu Dungkugeln, um sie zu vergraben.
Im Dung leben verschiedene Insektenarten, darunter auch Fliegen, Kurzflügel- und Stutzkäfer. Der Seidige Pillenkäfer gilt in Deutschland als ausgestorben. Der streng geschützte Mondhornkäfer ist in vielen Regionen bereits verschwunden. Dungbewohner wie diese Käfer spielen eine wichtige Rolle in beweideten Ökosystemen: Sie beschleunigen den Abbau von Dung, fördern die Humusbildung und verbessern die Bodenstruktur. Sie dienen auch als Nahrung für andere seltene Arten wie den Kiebitz oder die Breitflügelfledermaus.
