Berthold Löckelt
Naturschutzmacher
Berthold Löckelt. Foto: Robert Beske
Das Arboretum, ein alter Friedhof, war seine erste Anlaufstelle. Bernhard Weisbach hatte das Gelände vor dem Bau eines Baumarktes gerettet und den Park entwickelt. Der heute 90-Jährige brachte Berthold Löckelt vieles an praktischer Naturschutzarbeit bei und animierte ihn dadurch, mehr und mehr Verantwortung zu übernehmen. Als Hellmut Naderer ihn 2023 fragte, ob er seine Nachfolge als Vorsitzender der Regionalgruppe – dem heutigen NABU Vogtland (ehemals NABU Elstertal) – antreten wolle, sagte er spontan zu: „Ich habe gemerkt, dass der NABU in der Bevölkerung kaum wahrgenommen wurde“, erinnert er sich. Das wollte er ändern.
Gemeinsam mit seiner Frau Agnes, die rund 80 Prozent der Bildungsarbeit mit Kindern übernimmt, ist Löckelt auf Stadtfesten präsent und besucht Kindergärten und Grundschulen. „Nur wenn du dich zeigst, wirst du bekannt – anders geht es nicht", sagt er. Heute klingelt täglich mehrmals das Telefon, wenn Bürgerinnen und Bürger Fragen zur Natur haben. Löckelt setzt auf Kooperation. Ob lokale Ornithologen oder die untere Naturschutzbehörde – er sucht den Dialog. Gemeinsam mit dem BUND organisiert er die „Zukunftswerkstatt Stadtgrün gemeinsam gestalten“ in Plauen, um gegen das „Kaputtpflegen" städtischer Grünflächen anzugehen. Ein Trafoturm in Muldenhammer soll zum Artenschutzturm umgebaut werden, eine Orchideenwiese wird gepflegt.
Mit rund 900 Mitgliedern und einem wachsenden jungen Vorstandsteam blickt der Verein optimistisch nach vorn, ganz nach Bertholds Motto: „Wenn Naturschutz vom Herzen kommt, merken das die Menschen."
