Annett Kußmann
Naturschutzmacherin
Naturschutzmacherin Annett Kußmann. Foto: Robert Beske
Wieder zu Hause fiel ihr die Stille über den Feldern umso stärker auf – kein Flattern, kein Ruf. Im Sommer 2020 fasste sie einen Entschluss: Sie wollte mithelfen, dass der „Gaukler der Lüfte“ hier wieder eine Chance bekommt.
Die studierte Wirtschaftsinformatikerin stellte dafür ihren Alltag um. Hauptberuflich arbeitet sie in der Administration eines Leipziger Forschungsinstituts, doch ihre Freitage gehören dem Naturschutz. An diesen Tagen tauscht sie den Schreibtisch gegen Gummistiefel, steht auf Feldern in Großdeuben oder an den Gärnitzer Lachen, spricht mit Landwirten, organisiert Elektrozäune und schützt die wenigen verbliebenen Gelege vor Füchsen und Waschbären.
Ihre Nähe zur Natur begleitet sie seit der Kindheit. In der Gärtnerei der Großeltern sammelte sie Regenwürmer von den Wegen und spürte früh, wenn ein Tier Hilfe brauchte. Nach einem Studium der Wirtschaftsinformatik & Medientechnik in England und Australien und Stationen in der Solarbranche kehrte sie nach Leipzig zurück – mit dem Wunsch, nicht nur über Nachhaltigkeit zu sprechen, sondern sie praktisch umzusetzen.
„Die Zeit läuft uns davon“, sagt sie mit Blick auf die stark geschrumpften Kiebitzbestände. Dennoch bleibt sie zuversichtlich. Hoffnung schöpft sie aus kleinen Erfolgen: wenn eine Brut flügge wird oder ein Landwirt seinem Sohn stolz die Vögel auf dem eigenen Feld zeigt. Derzeit arbeitet Annett Kußmann mit an einem länderübergreifenden Projekt des NABU Sachsen und Sachsen-Anhalt, das neue Lebensräume verbinden soll – damit der Ruf des Kiebitzes auch künftig über Sachsens Feldern zu hören ist.
