Einführung in die Exkursionen. Foto: Archiv FHT
33. Feldherpetologische Tage
8. bis 10. Mai 2026 im Vogtland
Ein Fadenmolchmännchen. Foto S. Meyer
Auf Anregung von Petra Berger hatten sich die Teilnehmer der FHT vor 2 Jahren schon entschieden, nach zwölf Jahren wieder einmal auf den Spuren des Fadenmolchs im Vogtland zu exkursieren. Nach dem Erstfund dieser kleinen Schwanzlurchart im Mai 1977 bei Landwüst durch Marina Gerstner wurde dieser östlichste Fundort des Fadenmolchs in Europa immer wieder mal untersucht und neue Vorkommen entdeckt. Unseren Ausgangspunkt hatten wir dieses Mal im sehr schön gelegenen Gästehaus Wohlfühlherberge Weitblick in Markneukirchen/OT Erlbach gefunden.
Am Freitag um 17.00 Uhr wurden die bisher angereisten ca. 30 Teilnehmer durch Petra Berger und Dr. Wolf-Rüdiger Große im Namen des Landesfachausschusses Feldherpetologie und Ichthyofaunistik im Landesverband des NABU Sachsen e.V. begrüßt. Das Programm eröffnete dann Dr. Wolf Rüdiger Große, Vorsitzender des LFA Sachsens mit einem kurzen Bericht zur Arbeit des LFA in den letzten 12 Monaten. Die Bilanz seines Resümees war ausgeglichen, sein Rücktritt vom Vorsitz wurde bedauert.
Im ersten Vortrag des Abends stellte Laura Fiona Weller vom Landschaftspflegeverband Oberes Vogtland den Fadenmolch als Exkursionsziel vor. Derzeit läuft zu dieser Art im Oberen Vogtland ein deutschlandweit einzigartiges Monitoring. Danach stellte im zweiten Vortrag Paul Pietrock vom Forstbezirk Adorf das Exkursionsgebiet unter besonderer Berücksichtigung des Naturschutzes im Forst vor. Andreas Püwert rundete dann das Vortragsprogramm mit einer Übersicht zur Herpetofauna Süd-Portugals ab. Zum Abschluss des Abends führte die erste Exkursion unter Leitung von Marina Gerstner zu zwei nahe gelegenen Waldteichen, wo bereits die ersten Berg- und Fadenmolche gesichtet wurden.
Am Samstag begannen wir den Tag bei herrlichem Sonnenschein mit dem Besuch der Haarmühltümpel. Hier wurden bereits Ende der 1970er Jahre Fadenmolche gefunden. Weitere Stationen an diesem Tag waren Teiche und Tümpel bei Landwüst, Eubabrunn und Erlbach. Wir folgten praktisch den Spuren der Erstentdeckungen (Berger et al. 1997, veröffentlicht in der Zeitschrift für Feldherpetologie). Neben den Berg-, Faden- und Teichmolchen wurden auch erfreulich viele Grasfrösche und Erdkröten und ihre Kaulquappen gefunden, was besonders die „Dürre gebeutelten Flachlandherpetologen“ erfreute. Ein vorzügliches Grillbuffett stärkte uns am Abend, bevor einige Unerschrockene noch zum Nachtleutchen aufbrachen. Zur Freude aller fanden sie neben Molchen und Wildschweinen auch das beliebte Wintergrün.
Am Sonntagvormittag erwartete uns noch ein Highlight, eine naturkundliche Führung von Marina Gerstner ins Hüttenbachtal bei Zwota. Wir fanden in einem Quelltümpel bauchseitig gefleckte Fadenmolchweibchen und überwinterte Fadenmolchlarven. Waldeidechse und Ringelnatter waren ebenfalls vertreten.
Abschließend sei den Organisatoren Petra Berger und Marina Gerstner herzlich gedankt, ebenso dem LPV Oberes Vogtland, dem Sachsenforst FB Adorf und nicht zuletzt der Wohlfühlherberge Weitblick in Erlbach, die uns so gut versorgte. Auch die 33. Feldherpetologischen Tage wurden wieder finanziell vom Landesverband Sachsen des NABU unterstützt, wofür sich alle Teilnehmer herzlich bedanken. Weiterhin bedankt sich der Landesfachausschuss Feldherpetologie bei den Teilnehmern der Feldherpetologischen Tage für die Spende von 200 € zugunsten des Druckes der Jahresschrift für Feldherpetologie Heft 26.
Dr. Wolf-Rüdiger Große
LFA Feldherpetologie
