Nachruf Thomas Krönert
* 25. März 1958 † 15. Juli 2026
Wir schauen in großer Dankbarkeit auf die gemeinsame Zeit zurück. Mit ihm verliert der NABU Sachsen sowie die regionale Naturschutzgemeinschaft in Nordsachsen eine ihrer prägenden Persönlichkeiten.
Thomas Krönert wurde am 25. März 1958 in Oschatz geboren. Seine Leidenschaft für die heimische Flora und Fauna weckten seine Eltern schon früh in ihm. Eine Begegnung mit dem damaligen Oschatzer Kreisnaturschutzbeauftragten Willi Birkner ebnete schließlich seinen Weg: Auf gemeinsamen Exkursionen
im Landschaftsschutzgebiet „Am Stranggraben“ erlernte er die Grundelemente der Ornithologie – ein Fundament, auf dem er ein Leben lang aufbaute und das er mit unermüdlichem Engagement weitergab.
Sein ehrenamtlicher Einsatz war beeindruckend: 1981 wurde er zum Naturschutzhelfer und 1992 zum Kreisnaturschutzbeauftragten berufen. Ab 1994 übernahm er die Betreuung des rund 1.450 Hektar umfassenden Naturschutzgebiets „Vereinigte Mulde Eilenburg-Bad Düben“. Ab 2009 leitete er die NABU-Fachgruppe „Karl-August Möbius“ Eilenburg sowie lange Jahre das NABU-Naturschutzinstitut Region Leipzig e. V. Auch nach der Übergabe des Fachgruppenvorsitzes Anfang 2020 blieb er dem Vorstand weiterhin als erfahrener Beisitzer mit seinem profunden Wissen erhalten.
Im Naturschutz kann man mit offenen Augen jeden Tag neue Dinge entdecken. Selbst in einem Gebiet, in welchem man schon 1.000 Stunden verbracht hat.
Thomas Krönert
Ob bei der Erfassung von geschützten Arten, der Pflege der Beschilderung oder der Anleitung von Naturschutzhelfern – Thomas Krönert war ein Mann der Praxis. Ein besonderes Herzensprojekt war für ihn die Absicherung und der Schutz der Muldeaue bei Eilenburg. Durch regelmäßige Exkursionen und Vorträge hielt er die Mitglieder und die Öffentlichkeit über die Belange des Naturschutzes auf Landes- und Bundesebene auf dem Laufenden.
Dabei scheute er sich nicht, auch unbequeme Themen und Konflikte direkt anzusprechen – sei es die Intensität der konventionellen Landwirtschaft in Schutzgebieten, die Belastungen durch die Befahrung der Mulde oder die notwendige Renaturierung von Auen. Stets plädierte er dafür, diese Aufgaben gemeinsam mit Behörden und Bürgern zu lösen, und setzte sich vehement für eine Stärkung des ehren- und hauptamtlichen Naturschutzdienstes ein.
Für seinen aufopferungsvollen und leidenschaftlichen Einsatz für die Natur wurde er 2001 mit dem Mühlenpreis des Landkreises Delitzsch geehrt, es folgten 2013 die Ehrenurkunde des sächsischen Staatsministers für Umwelt und Landwirtschaft sowie 2015 die NABU-Ehrennadel in Silber.
Thomas Krönert hat uns vorgelebt, was es bedeutet, mit wachen Augen durch die Natur zu gehen und sich ohne Unterlass für ihren Erhalt einzusetzen. Sein Wissen und seine Beharrlichkeit im Ringen um Naturschutzlösungen werden uns fehlen.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seinen Angehörigen und allen, die ihn schätzten. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten und seine Arbeit in seinem Sinne fortführen.
NABU Sachsen und NABU-Naturschutzinstitut Region Leipzig
