Nachruf: Ein Leben für die Natur
Wir nehmen Abschied von Alf Terpe
4. Mai 2026 - Alfs Weg war von Beginn an vorgezeichnet. Aus rein persönlichem Interesse begann er in frühster Jugend mit seinem Zwillingsbruder Eyk die heimatliche Natur zu durchstreifen. Dabei erlangte er bereits erstaunliche Fachkenntnisse und erschloss sich wichtige Zusammenhänge im Umgang mit der heimischen Natur und ihrem Schutz. Unter Anleitung von Konrad Eichhorn und Werner Hanisch fand er Zugang zum ehrenamtlichen Naturschutz. Außerdem bildete er sich ständig beim Bezirksnaturschutzbeauftragten Heinz Kubasch weiter. Was aus jugendlicher Neugier begann, entwickelte sich zu einem beeindruckenden lebenslangen Fachwissen, insbesondere bei heimischen Libellen, Amphibien und in der Vogelwelt. Er blieb seinen Wurzeln treu und gab sein Wissen später in nicht gezählten Vorträgen, Exkursionen und bei der Vorbereitung und Durchführung der alljährlichen Feldstation in der Röderaue an die nächste Generation weiter.
Für Alf fand Naturschutz vor allem draußen statt. Sein Revier waren die Schutzgebiete, die er mit unermüdlicher Energie betreute: Die Leckwitzer Schanze, der Seußlitzer Grund, der Röderauwald bei Zabeltitz, die Elligastwiesen bei Zabeltitz, Walda und Nasseböhla sowie die Orchideenwiesen bei Walda. Er kannte jeden Winkel, jede Veränderung im Bestand.
Besonderes Augenmerk legte er auf die größeren Vogelarten. Bis zuletzt war er eine unverzichtbare Stütze bei der Beringung von Habichten, Rot- und Schwarzmilanen, Baumfalken und Weißstörchen. Sein praktisches Handeln im Gelände war stets von tiefem Respekt vor der heimischen Natur geprägt.
Alf Terpe war die personifizierte Beständigkeit im ehrenamtlichen und Verbandsnaturschutz. Er begleitete die Strukturen von den ehemaligen Landkreisen Großenhain und Riesa-Großenhain bis in den heutigen Landkreis Meißen. Als langjähriges Vorstandsmitglied im NABU Regionalverband „Großenhainer Pflege“ war er nicht nur Ideengeber, sondern auch derjenige, der anpackte, wo immer es nötig war.
Wir verlieren einen Menschen, der den Naturschutz nicht als Hobby, sondern als Lebensaufgabe verstand. Sein Wirken bleibt in den heutigen und künftigen Populationen der Vogelwelt und in der Artenvielfalt „seiner“ Wiesen und Wälder lebendig.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Weggefährten. Wir werden Alf Terpe ein ehrendes Andenken bewahren und sein Werk in seinem Sinne fortführen.
Im Namen des NABU Sachsen und des ehemaligen NABU Regionalverbandes „Großenhainer Pflege“
